| Geschichte |
DS “Neuchâtel”, letzter See- und Flussdampfer der Schweiz Im Jahr 1912 stand Neuenburg im Banne des Eidgenössischen Gesangfestes. Der Dampfer "Neuchâtel" wurde gerade rechtzeitig für diesen Anlass in Betrieb genommen und führte eine Triumphfahrt mit der offiziellen Flagge von Le Landeron, an der Kantonsgrenze, nach Neuenburg. Dieser bis dato grösste Dampfer der Juraseen wurde gebaut um einen lange gehegten Traum zu verwirklichen. Er sollte nach fünfzigjährigem Unterbruch die attraktiven Längsfahrten von Biel nach Yverdon zu neuem Leben erwecken. Nach dem Bau der Jura-Südfuss Eisenbahnlinie sank das Verkehrsvolumen und die Schifffahrt beschränkte sich auf den Bedarfsverkehr Neuenburg-Estavayer und Neuenburg-Murten. Im Jahre 1913 eröffnete das Dampfschiff "DS Neuchâtel" wie geplant den täglichen Dienst Neuenburg-Biel, während sein Schwesterschiff die “DS Fribourg", den Anschluss nach Yverdon gewährleistete.Diesem Angebot war leider keine Zukunft beschieden, schon ein Jahr später erfuhr es, bedingt durch den Kriegsausbruch des ersten Weltkrieges, ein jähes Ende. Seitdem wurden die beiden Dampfer praktisch nur an Sonntagen während den Sommermonaten eingesetzt. Im Jahr 1954 begann für das Dampfschiff "DS Neuchâtel", nach dem Umbau auf Ölfeuerung, ein neues Leben. Der fahrplanmässige Dienst Neuenburg-Biel wurde ab 1961 wieder eingeführt. Leider entsprachen die beiden Raddampfer nicht mehr dem Zeitgeist der 60 Jahre und so wurde 1965 die "DS Fribourg" ausser Dienst gestellt. Nach einem eher unbedeutenden Kesselschaden erfolgte 1969 auch die Ausrangierung der "DS Neuchâtel". Nach der Verschrottung der Dampfmaschinen, Kesselanlagen und Schaufelrädern führten beide Schiffe ihre Existenz als Restaurants weiter, das erste auf festem Boden in Portalban (FR), die "DS Neuchâtel" im Hafen von Neuenburg. Im Jahr 1999 wurde "DS Neuchâtel" zum Verkauf ausgeschrieben. Der Verein TRIVAPOR wurde damals mit dem Ziel gegründet, das Schiff zu erwerben und wieder fahrtüchtig zu herzurichten. Leider wurde das Schiff seinerzeit an eine Immobilien- Gesellschaft verkauft, die es an einen Restaurateur weiter vermietete. Im Jahr 2003 stand der ehemalige Dampfer zu einem völlig überhöhten Preis erneut zum Verkauf. Erst im Frühjahr 2007 gelang der Durchbruch und die „DS Neuchâtel“ konnte vom Verein TRIVAPOR gekauft werden. Der Dampfer "DS Neuchâtel" unterscheidet sich markant von den übrigen Dampfschiffen der Schweizer Seen. Wegen den Brücken des Broye- und Zihlkanals ist die Bauart niedrig gehalten. Das Schiff ist ein so genannter Halbsalon-Dampfer und wurde mit einem versenkbaren Teleskopkamin ausgerüstet. 1912 wurde die DS Neuchâtel durch Escher-Wyss in Zürich für den Transport von 550 Personen erbaut. Das Schiff hat eine Länge von 46 m an der Wasserlinie und eine Wasserverdrängung von 153 t. Während den 57 Betriebsjahren wurden insgesamt 194'657 km zurückgelegt (Jahresdurchschnitt 3415 km).
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